Forscher finden Amygdala nicht immer aus Angst notwendig

Anonim

(Medizinische Xpress) -Forscher an der Universität von Iowa haben festgestellt, dass drei freiwillige Frauen mit defekten Amygdalas innere Angst erleben konnten. In ihrem in der Zeitschrift Nature Neuroscience veröffentlichten Artikel beschreibt das Team, wie sie bei den Freiwilligen Angst auslösen konnten, obwohl alle drei an einer degenerativen Erkrankung litten, die sie immun gegen Angst im "normalen" Sinne machte.

Nach vielen Jahren der Forschung durch eine breite Palette von Wissenschaftlern wurde ein Konsens darüber erzielt, wie das menschliche Gehirn das Gefühl der Angst steuert. Die meisten waren sich einig, dass die primäre Hirnregion die Amygdala war - ohne sie würden die Menschen ein Leben ohne Angst führen. Diese neue Forschung legt nahe, dass eine solche Schlussfolgerung zumindest teilweise fehlerhaft gewesen sein könnte, da die drei Frauen in der Studie alle an einer Erbkrankheit litten, die im Laufe der Zeit zur Degeneration der Amygdala führt. Sie alle lebten seit vielen Jahren ohne Angst zu haben.

Die drei Frauen, die als SM, AM und BG gelistet sind, haben alle die Urbach-Wiethe-Krankheit - eine genetische Erkrankung, die die Degeneration eines winzigen Teils des Gehirns, der Amygdala, verursacht. AM und BG sind eineiige Zwillinge, und SM hat sich über viele Jahre freiwillig zu ausgiebigen Tests bereit erklärt und hat eine nahezu immune Angst vor nicht nur Labortests (Spinnen, Schlangen, gruselige Filme usw.) gezeigt, sondern reale Bedrohungen wie das Sein am Messerpunkt gehalten. Alle diese angstauslösenden Bedrohungen haben jedoch eines gemeinsam: Sie sind sogenannte externe Bedrohungen. Diese neue Forschung sollte interne Bedrohungen testen - solche, die von innen kommen, wie zum Beispiel Herzinfarkte, und in diesem Fall die Möglichkeit zu ersticken.

Die Freiwilligen wurden natürlich nicht erstickt, stattdessen wurde das Ersticken simuliert, indem man den Gesichtern der Freiwilligen eine Maske aufsetzte und sie zwang, Luft mit hohen Mengen Kohlendioxid darin einzuatmen. Dies führt natürlich zu abnormalen Mengen von Kohlendioxid im Blut, was für einige zu Panik führen kann. Für die drei Freiwilligen ist genau das passiert. Jeder berichtete von extremen Angstzuständen - eine Empfindung, die sie seit vielen Jahren nicht mehr erlebt hatten. So konnten die Frauen trotz einer nicht funktionierenden Amygdala immer noch Angst empfinden, nur nicht in Verbindung mit externen Bedrohungen.

Während die Forscher nicht mit Sicherheit sagen können, warum die Frauen innere, aber nicht äußere Angst empfinden können, schlagen sie vor, dass andere Teile des Gehirns eine Rolle bei der Angstgenerierung insgesamt spielen müssen und dass die Amygdala vielleicht nicht das Gefühl erzeugt von Angst, sondern ist stattdessen in der Verarbeitung von externen Bedrohungen beteiligt, die zu einer angstvollen Reaktion führen.