Modulares Messarmband für die personalisierte Demenztherapie

Was ist das BESTE Fitnessband? (Vergleich) (Juni 2019).

Anonim

Demenz ist eine altersbedingte Erkrankung, die sich mit der demografischen Entwicklung immer mehr durchsetzt. Betroffen sind vor allem Menschen über 80 Jahre, die mehr als 70 Prozent aller Demenzkranken ausmachen. Die Betreuung dieser Patienten ist eine enorme Herausforderung für ihre Familien und Betreuer, zumal in den meisten Fällen wichtige Gesundheitsdaten keine nützliche Struktur aufweisen und nicht verfügbar sind, wenn sie benötigt werden. Es ist zu hoffen, dass ein miniaturisiertes, modulares Mess- und Beratungssystem, das in einem Verbundprojekt mit Fraunhofer-Forschern entwickelt wird, diese Situation bald erleichtern wird. Das System verwendet unauffällige Sensoren zur automatischen Messung von Gesundheits- und Pflegedaten für Demenzpatienten und schlägt personalisierte Behandlungsoptionen basierend auf ihrem aktuellen Zustand vor.

Heute gibt es in Deutschland fast 1, 6 Millionen Demenzpatienten, von denen zwei Drittel an Alzheimer leiden. Jedes Jahr werden rund 300.000 neue Fälle diagnostiziert. Demenz entwickelt sich langsam, was es oft schwierig macht, die Krankheit zu erkennen oder sie von anderen Veränderungen zu unterscheiden, die normalerweise im Alter auftreten. Die Betroffenen werden zunehmend hilflos und müssen auf Pflege angewiesen sein. Die frühestmögliche Diagnose der Krankheit bedeutet eine bessere Versorgung des Patienten und mehr Möglichkeiten, das Fortschreiten der Krankheit zu beeinflussen.

Ein Frühwarnsystem bietet mehr Sicherheit in der Patientenversorgung

Derzeit fehlt es jedoch an einer Dokumentation der Daten zur Patientenversorgung, so dass wichtige Informationen, die präventive Maßnahmen auslösen könnten, häufig nicht verfügbar sind, wenn sie benötigt werden. Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM in Berlin haben daher gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Forschung das PYRAMID-Projekt (siehe Kasten) gestartet, um einen neuen Betreuungsansatz zur Stabilisierung und Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit Demenz zu entwickeln und ihre Familien und in enger Zusammenarbeit mit Pflegepersonal und Ärzten eine höhere Patientensicherheit: Ein miniaturisiertes, modulares Mess- und Beratungssystem in Form eines Armbandes misst automatisch die erforderlichen Gesundheits- und Pflegedaten des Demenzpatienten mit unauffälligen, kaum wahrnehmbaren Sensoren. Basierend auf den erhobenen Daten schlägt es individuelle Behandlungs- und Pflegeoptionen für den Patienten vor und setzt diese um. Erik Jung, Physiker am Fraunhofer IZM, erläutert den Ansatz: "Ziel ist es, die Patienten über die Jahre diskret zu begleiten, von der ersten versuchsweisen Diagnose bis zur klinischen Behandlung, um aktuelle Informationen zur Hand zu haben, erhöhen Sie die Autonomie der Patienten und geben Sie ihnen die Möglichkeit, so lange wie möglich in ihrer vertrauten Umgebung zu bleiben. " Mit dem neuen Messsystem kann eine Verschlechterung des Zustands eines Patienten rechtzeitig erfasst oder vorhergesagt und die relevante Information dem Pflegepersonal zur Verfügung gestellt werden.

Sensoren zeichnen Vitalfunktionen und Bewegungsmuster auf

Das System misst Vitalparameter wie Herzfrequenz und Körpertemperatur sowie Herzfrequenzvariabilität und Hautwiderstand. Es zeichnet auch externe Parameter wie Außentemperatur, Helligkeit und Lautstärke auf. Darüber hinaus zeichnet das Armband die Bewegungsmuster der Patienten auf. Wenn sich beispielsweise ein Patient kaum noch bewegt oder sein Zuhause nicht mehr verlässt, deutet dies auf eine fortschreitende Demenz hin. Neben den Parametern der Wearable Technology werden Fragebögen von Familienmitgliedern analysiert und in die Diagnose einbezogen. Alle Daten werden nach telemedizinischen Richtlinien und unter Einhaltung der Datenschutzbestimmungen verschlüsselt und per Bluetooth an ein Dokumentationssystem übertragen, das dann beispielsweise über eine mobile App allen am Pflegeprozess Beteiligten zur Verfügung gestellt wird.

Das Messsystem ist vollständig in ein Armband integriert, das diskret alle Sensoren und Elektronikelemente beherbergt. Ein Mikrocontroller zeichnet die Daten auf und ein Bluetooth-Modul, ein Akku, ein USB-Anschluss und eine NFC-Antenne, die als automatischer Türöffner fungiert, runden das System ab. Die Forscher des Fraunhofer IZM im Projekt haben die Aufgabe, die Hardware zu implementieren, die multifunktionalen Messkomponenten auszuwählen und die Sensoren zu mikrointegrieren. Konzept- und Designstudien wurden bereits abgeschlossen und ein Demonstrator wird derzeit gebaut. "Die ersten Design-Demonstratoren wurden bereits getestet und kamen bei den Patienten gut an. Weitere Tests mit Freiwilligen werden noch in diesem Jahr durchgeführt", sagt Jung. "Wir sind zuversichtlich, dass das Messsystem die Patientenversorgung verbessert, die Zusammenarbeit aller Beteiligten verbessert und sicherstellt, dass Notfallsituationen - etwa wenn ein Patient stürzt - früher erkannt werden.